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In der heterogenen Systemlandschaft im Krankenhaus sind eine Vielzahl spezialisierter Subsysteme im Einsatz. Die Ergebnisse aus diesen Subsystemen sind aktuell jedoch häufig nicht in den Primärsystemen des Krankenhauses verfügbar, denn es bestehen folgende Herausforderungen:
Die ISiK-Spezifikation begegnet diesen Herausforderungen, indem sie die Übermittlung von Ergebnissen aus Subsystemen an die Primärsysteme in Form von strukturierten Dokumenten erfordert, die über eine menschenlesbare Repräsentation verfügen. Diese strukturierten Dokumente werden im ISiK-Kontext als Berichte bezeichnet. Dabei sind die strukturierten Inhalte der Berichte harmonisiert mit den verbreiteten Formaten für Primärsysteme.
In der aktuellen Ausbaustufe von ISiK ist lediglich die Übernahme und Anzeige der Dokument-Metadaten (z.B. Dokumenttyp, Dokumentdatum, Quelle) und der menschenlesbaren HTML-Repräsentation in die Primärsysteme erforderlich.
In weiteren Ausbaustufen von ISiK soll darüber hinaus eine Übernahme der strukturierten Anteile der Dokumente möglich sein, die den ISiK-Spezifikationen entsprechen, z.B. Diagnosen und Prozeduren.
Es obliegt dabei dem Ermessen des Herstellers, ob die Übernahme strukturierter Daten in das Primärsystem automatisch erfolgt, oder durch den Benutzer initiiert wird.
Die Berichte werden, wie von der FHIR Spezifikation für die Composition Ressource vorgesehen, in einem FHIR-Bundle versendet.
Die Rückübermittlung eines Document-Bundles an ein Primärsystem erfolgt mittels einer ‘POST’-Interaktion auf den Endpunkt des Primärsystems.
Beispiele:
POST [base]/ mit einer FHIR-Bundle Ressource im Request-Body.
Anwendungshinweise: Weitere Informationen zu den verschiedenen Endpunkten für Dokumente finden sich in der FHIR-Basisspezifikation - Abschnitt “Document End-Points”.
Das Bundle dient der Aggregation aller Ressourcen, die Bestandteil des Dokumentes sind. Dabei ist die erste Ressource im Bundle (Bundle.entry.resource) stets eine Composition, alle weiteren Entries enthalten zusätzliche Ressourcen, auf die die Composition verweist.
Falls die im Dokumenten-Bundle enthaltene Patient-Ressource und/oder Encounter-Ressource nicht anhand der Business-Identifier oder anderer Matching-Kriterien im empfangenden System gefunden werden kann (d.h. der Patient oder der Encounter existiert im empfangenden System noch nicht), MUSS als Antwort der HTTP Status Code “422 - Unprocessable Entity” zurückgegeben werden. Im Body der Response ist eine OperationOutcome zurückzugeben, welche ein Issue mit dem Verweis auf die nicht auflösbare Referenz enthält. Zur Kodierung von OperationOutcome.issue.code MUSS als Code “processing” verwendet werden.
Das Bundle MUSS folgendem Profil entsprechen: ISiKBerichtBundle
Unterscheidungshinweis: Informationen zu Interaktionen mit Dokument-Binaries finden sich im Modul ISiK Dokumentenaustausch.
Hinweis: Die nachfolgenden Regeln für die Verarbeitung eines Dokumentes gelten nur für Document-Bundles, die an den oben genannten Endpunkt gesendet werden. Weitere ISiK-Module können Regeln für die Verarbeitung von anderen Bundle-Typen (z.B. ‘transaction’) aufstellen.
In der aktuellen Ausbaustufe von ISiK MUSS ein empfangenes Dokument in folgenden Schritten verarbeitet werden:
Die Grafik zeigt an einem vereinfachten Beispiel die Zuordnung des HTML-Dokumentes zu Patient und Kontakt in der aktuellen Ausbaustufe von ISiK (schwarze Pfeile). Die grauen Pfeile deuten die Übernahme strukturierter Daten, wie sie in weiteren Ausbaustufen erforderlich wird.
Die menschenlesbare Repräsentation (“Narrative”) eines Dokumentes setzt sich zusammen aus dem Inhalt von ‘Composition.text’, einer Repräsentation der Metadaten (z.B. Dokumenttyp, Patientenname, Patientennummer, Aufnahmenummer, Datum) sowie der Aggregation der Inhalte von ‘Composition.section’, wobei zu beachten ist, dass ein Dokument beliebig viele Sections haben kann. Die einzelnen Bestandteile des Narratives KÖNNEN mit <div>-Elementen zusammengefügt werden.
Folgende Fälle sind zu beachten, um eine Patient-/ und Encounter-Ressource aus dem Document-Bundle zu extrahieren:
Das Narrative der Ressource KANN innerhalb einer DocumentReference-Ressource persistiert werden. Zum derzeitigen Zeitpunkt obliegt es der jeweiligen Implementierung wie diese DocumentReference Ressource ausgestaltet ist. Ein Mapping der Composition-Metadaten auf DocumentReference-Metadaten KANN der FHIR Kernspezifikation entnommen werden. Siehe Abschnitt “2.42.8.7 FHIR Composition”.
Das Narrative MUSS als Binary-Ressource unter DocumentReference.content.attachment.url angegeben werden.
Hinweis: Es ist zu beachten, dass in einem Attachment-Datentyp im Element “url” eine absolute URL anzugeben ist. Somit muss zunächst das Binary auf dem externen System per POST angelegt werden. Der hieraus resultierende Link kann anschließend im Attachment verwendet werden.
Falls ein Bundle erneut mit dem gleichen Bundle.identifier übermittelt wird, MUSS eine neue DocumentReference erstellt werden, welche unter DocumentReference.relatesTo.target angegeben wird.
Auch wenn in der aktuellen Stufe nur die Übernahme der menschenlesbaren Repräsentation erforderlich ist, empfiehlt es sich dennoch, das vollständige Bundle samt der strukturierten Anteile zu einem Dokument zu persistieren, sodass zu einem späteren Zeitpunkt, wenn eine Übernahme einzelner Daten möglich ist, diese auch rückwirkend erfolgen kann.